21.37 | Mariusz Czubaj | Rezension

Mit “21.37” schaffte es Mariusz Czubaj in Polen auf die Bestsellerlisten. Bevor er sich dem Krimi zuwandte, veröffentlichte er bereits zahlreiche Bücher zu popkulturellen Themen. Der erste Fall für Profiler Rudolf Heinz ist durchaus lesenswert.

Inhalt

Als zwei Schüler des örtlichen Priesterseminars ermordet in Warschau aufgefunden werden, ist die Aufregung groß. Sogleich wird ein Sonderkommando ins Leben gerufen, und auch Profiler Rudolf Heinz soll den Ermittelnden zur Seite stehen. Vielleicht erkennt er Zusammenhänge, die anderen verborgen bleiben. Heinz und die ermittelnden Beamten sehen sich einem verzwickten Fall gegenüber, bei dem besser schnell Licht ins Dunkel gebracht werden sollte. Hat der Mord einen religiösen Hintergrund? Oder soll es nur so aussehen? Und was haben rosa Dreiecke und die Ziffern 21 und 37 mit der Tat zu tun?

Meine Meinung

„21:37“ ist der erste Fall für Profiler Rudolf Heinz, und der hat es in sich. Nicht nur, dass im Grunde nichts ist, wie es scheint, auch will scheinbar niemand aus dem Umfeld der Ermordeten den Ermittlern helfen. Entweder sie berufen sich auf das Beichtgeheimnis oder behaupten schlichtweg, nichts zu wissen. Das kommt nicht nur dem Profiler seltsam vor. Auch der Leser fragt sich, ob die beteiligten Personen wirklich so sehr nach ihrer Überzeugung handeln oder ob sie bewusst Dinge zurückhalten, die den Ermittlungen dienen würden. Fakt ist, dass weder Polizei noch Leser auch nur den kleinsten Hinweis darauf erhalten, was mit den jungen Männern wirklich geschehen ist. Es ist also offensichtlich, dass tiefer gegraben werden muss, als zunächst angenommen. Und eins ist sicher, hier ist nicht der einfachste Weg derjenige, der zum Ziel führt.

Zusätzlich hat Rudolf Heinz aber auch noch einen anderen Fall auf dem Tisch, um den er sich zeitgleich zu kümmern hat. Dadurch gerät nicht nur sein Rhythmus durcheinander, auch das Verhältnis zu seinem Sohn, das sowieso nicht das Beste war, wird noch schlechter. Als alleinerziehender Vater hat man es nicht leicht, das wird schon allein durch Heinz’ Verhalten deutlich, das muss nicht noch explizit ausgesprochen werden. Auch, wenn er nicht immer nachvollziehbar handelt oder teils abstrusen Gedankengängen folgt, so wirkt er als Figur recht sympathisch und kommt absolut authentisch herüber.

Der Autor versucht, die Spannung durchgängig auf einem hohen Niveau zu halten. Dies gelingt ihm auch weitestgehend, zumeist durch unerwartete Wendungen, die plötzlich auftreten, aber oft auch lediglich durch die Ereignisse bzw. ihre Darstellung als solche. Ein paar Passagen gibt es, an denen die Ermittlungen keine neuen Erkenntnisse bringen und die Handlungen allgemein ins Stagnieren geraten. Dadurch wird leider auch die Spannung zeitweise zurückgenommen.

Fazit

Im Großen und Ganzen ist „21:37“ durchaus empfehlenswert. Den Namen Mariusz Czubaj, der in Deutschland noch nicht so bekannt ist, sollte man sich merken, man wird sicher noch von ihm hören.

Info

“21.37” von Mariusz Czubaj umfasst 383 Seiten und ist im Prospero Verlag erschienen. Über die ISBN 978-3941688377 ist die broschierte Ausgabe des Buches für 14,95 Euro bei allen Buchhändlern erhältlich. Die eBook-Version ist deutlich billiger.

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