Rezension: Am zwölften Tag von Wolfgang Schorlau

Ende Dezember erschien der siebte Fall für Wolfgang Schorlau’s Ermittler Privatdetektiv Dengler. Ein absolut lesenswerter Krimi!

Inhalt

Ein neuer Fall für Dengler: die schmutzigen Geschäfte der Massentierhaltungskonzerne Georg Denglers Sohn Jakob ist verschwunden. Bereits seit drei Tagen! Denglers geschiedene Frau macht ihm die Hölle heiß: Finde unseren Sohn! Aber nicht nur Jakob ist unauffindbar. Auch Laura Trapp, die in Jakobs Parallelklasse geht, ist verschwunden. Ebenso Julian und Tim, zwei seiner Freunde. Georg Dengler, der Stuttgarter Privatermittler, macht sich auf die Suche nach seinem Sohn und dessen Freunden. Er findet bei Jakob zu Hause Aufkleber, wie sie Unbekannte in den letzten Wochen auch in den Tiefkühltruhen von Supermärkten angebracht haben. »Dieses Fleisch stammt aus Massentierhaltung. Sie vergiften damit sich und ihre Familie«, steht darauf. Auf Jakobs Computer findet er Fotos und Filme aus Hühner- und Putenmastanlagen. Widerliche Fotos, eklige Filme, die das Elend der Tiere dokumentieren. Ist sein Sohn ein radikaler Tierschützer geworden? Bereitet er mit seinen Mitstreitern eine große Aktion vor? Oder sind sie den Betreibern der Tierfarmen in die Quere gekommen und jetzt in Gefahr? Wieso weiß er nichts darüber? Wieso kennt er seinen Sohn so wenig? So lernt Georg Dengler auf der Suche nach Jakob seinen Sohn erst wirklich kennen – und kommt den mörderischen Methoden von Massentierhaltung und Lebensmittelindustrie auf die Spur.

Meine Meinung

Wieder hat Wolfgang Schorlau für seine Krimireihe rund um den ehemaligen BKA Mitarbeiter und jetzigen Privatdetektiv Georg Dengler ein aktuelles brisantes politisches Thema gewählt: die Massentierhaltung und die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen in Tiermastbetrieben und Schlachthöfen. Auslöser ist Denglers Sohn Jakob, der scheinbar mit Freunden in Barcelona Urlaub macht, in Wahrheit aber als Tierschützer geheim Filme dreht und auf einem Putenmastbetrieb festgehalten wird. Neben dem Erzählstrang um Jakob und die Tierschützer und dem um Dengler und seine Exfrau, die sich Sorgen um den gemeinsamen Sohn machen, sind immer wieder Passagen aus der Sicht eines Fleischbarons zu lesen, einer Rockergang, rumänischer Arbeiter und einer Bauernfamilie, die kurz davor steht, ihren Hof zu verlieren. Durch diese Stränge werden verschiedene Sichtweisen zum Thema Massentierhaltung und dem Geschäft damit dargelegt. Wie bei Schorlau gewohnt, beruht der Roman auf ausführlichen Recherchen zum Thema und neben der guten Unterhaltung durch eine spannende Geschichte mit hohem Tempo erfährt man viele Fakten, die gekonnt in die jeweiligen Abschnitte eingefügt sind. Wer die anderen Denglerkrimis kennt, wird sich freuen „alte Bekannte“ aus Denglers Umfeld wieder zu treffen.

Fazit

Dieser Krimi könnte manchem überzeugten Fleischesser nicht so recht schmecken, aber mir hat auch der neueste Fall für Privatdetektiv Dengler sehr gut gefallen. Schorlau gelingt es einmal mehr ein topaktuelles Thema in einer spannenden Geschichte umzusetzen. Ich vergebe 5 von 5 Sternen und eine absolute Leseempfehlung für eine Story, die fesselt und nachdenklich macht.

Info

  • Deutscher Titel: Am zwölften Tag
  • Autor: Wolfgang Schorlau
  • Verlag: KiWi-Verlag
  • Erscheinungstermin: 28. Dezember 2013
  • Seiten: 352
  • ISBN: 978-3462045475
  • Preis: 9,99 Euro

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