Rezension: Die Mandantin von Andreas Hoppert

Im September des vergangenen Jahres veröffentlichte Andreas Hoppert seinen siebten Krimi. Die Presse lobte den Krimi in vollen Tönen und auch mir hat er gut gefallen!

Inhalt

Rechtsanwalt Marc Hagen zieht immer die Fälle an, die ihm den größten Ärger einbringen. Das Fotomodel Larissa benötigt nach einer Vergewaltigung seine juristische Unterstützung. Das Kasseler Amtsgericht hat ihren Peiniger, den wohlhabenden jungen Fabian Borchert, aus der Haft entlassen, seitdem fühlt sich Larissa von ihm bedroht und sieht ihn sogar auf ihrer Terrasse. Marc ist klar: Dank der elektronischen Fußfessel, die Borchert tragen muss, ist das unmöglich.

Larissa nistet sich derweil aus Angst in seinem Gästezimmer ein und integriert sich für Marcs Geschmack etwas zu sehr in den Familienalltag. Als Marc erfährt, dass ihm seine Mandantin eine attestierte Persönlichkeitsstörung verschwiegen hat, stößt er auf immer mehr Indizien dafür, dass sie kein unbeschriebenes Blatt ist: Sie wurde selbst bereits einiger Verbrechen verdächtigt, unter anderem dem Mord an einer Schulkameradin. Marc beschleicht die böse Ahnung, dass Larissa alles andere als ein Opfer ist …

Meine Meinung

Dieses Buch ist böse!

Manipulativ und raffiniert – der Leser weiß nie woran er ist und wer nun Dreck am Stecken hat oder nicht. Diese Schreibweise gefällt mir sehr gut, hält es doch die Spannung hoch und den Leser am Grübeln.

Mit Larissa entwickelt Andreas Hoppert einen sehr starken Charakter, der sich in das Leben von Anwalt Marc Hagen drängt und dabei scheinbar über Leichen geht. In Rückblenden wird von Larissas Jugend erzählt, doch diese Rückblenden wirken nicht unterbrechend für die Handlung wie es in anderen Büchern oft der Fall ist, sondern perfekt eingebaut. Auch die Figur des Anwalts Marc ist sehr gut herausgearbeitet. Man merkt, dass der Autor Ahnung von der Materie hat. Anfangs hat mich das etwas gestört, weil lang und breit über dissoziative Persönlichkeitsspaltung referiert wurde, das war mir schon etwas zu viel.

Sicher könnte man bemängeln, dass es Krimis mit diesen Fällen „Frau wird vergewaltigt, Mann beschuldigt sie, ihn verführt zu haben“ schon dutzendfach gibt, allerdings baut der Autor diesen gänzlich anders auf. Bereits der erste Satz katapultiert einen sofort in die Handlung „Ich wurde vergewaltigt“. Keine lange Vorrede, kein Drumrumreden – und auch die Aufklärung ist schlüssig, wenn auch etwas unglaubwürdig.

Fazit

Es müssen nicht immer amerikanische Autoren sein. Andreas Hoppert beweist mit seiner Serie um Anwalt Marc Hagen, dass auch deutsche Schreiber fesselnde Krimis schreiben können, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite sehr gut unterhalten.

Info

  • Deutscher Titel: Die Mandantin
  • Autor: Andreas Hoppert
  • Verlag: Grafit Verlag
  • Erscheinungstermin: 27. September 2013
  • Seiten: 288
  • ISBN: 978-3894254278
  • Preis: 9,99 Euro

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