Autorin der Woche: Anne Goldmann

Anne Goldmann wuchs mit ihrer Familie auf dem Land auf, machte eine Ausbildung zur Sozialarbeiterin und arbeitete einige Jahre in einer Justizanstalt, derzeit betreut sie Häftlinge nach der Haft. Und heute ist sie unsere Autorin der Woche und hat unseren Fragebogen ausgefüllt.
Krimizeitschrift.de Frau Goldmann, seit wann schreiben Sie?

Anne Goldmann Erst seit ein paar Jahren (wieder). Ein Freund hat mich angefixt.

Krimizeitschrift.de Wann ist die beste Zeit zum Schreiben?

Anne Goldmann Wenn man den Kopf frei hat. Und die Geschichte, die Personen aus dem Kopf endlich aufs Papier müssen. Nachts.

Krimizeitschrift.de Was ist das Besondere am Krimi-Genre?

Anne Goldmann Man kann in einen Krimi mit großer Leichtigkeit spannende Themen verpacken. Den Blick auf eine Gruppe, ein bestimmtes Milieu, eine Lebensform lenken, die Leserin, den Leser damit vertraut machen – und dann eine Extremsituation zu schaffen, in der die Protagonisten an ihre Grenzen knallen. Oder sie überschreiten. Wir bangen um sie, fiebern mit ihnen, sehen Abgründe (auch in uns), unsere Vorstellungen von Recht und Unrecht bestätigt – oder völlig über den Haufen geworfen. Man kann wunderbar wegtauchen, sich entspannen. Und nimmt ganz nebenbei die eine oder andere neue Erfahrung mit.

 

Krimizeitschrift.de Erinnern Sie sich noch an das erste Buch das Sie gelesen haben? Welches war es und wann haben Sie es gelesen?

Anne Goldmann Ja, das Lesebuch in der 1. Klasse Volksschule. In etwa ab der Mitte. Den Anfang konnte ich auswendig. Dann wurde es mühsam. Die Buchstaben widersetzten sich. Ich sehnte mich zurück ins Vorlesealter. Umarmt und geborgen vor den Bösen zittern, mit Prinzessinnen bangen, vor Wölfen fliehen und Drachen töten war entschieden schöner und spannender, als mich mit störrischen Buchstaben und Mimi und Mama herumzuplagen.
Als ich es dann konnte, hab ich gelesen, was mir in die Finger kam. Wie im Fieber.

Krimizeitschrift.de Was ist heute Ihr Lieblingsbuch?

Anne Goldmann Heute? Die Analphabetin von Agota Kristof. Morgen? Ich lass mich überraschen … Der Fall Franza und Malina aus dem Todesarten-Projekt von Ingeborg Bachmann sind Lieblingsbücher. Genazino mag ich sehr. Den wunderbaren Tschick von Wolfgang Herrndorf. Jacques Chessex’ “Kinderfresser”. Undundund …

Krimizeitschrift.de Haben Sie schon einmal eine Waffe in der Hand gehabt?

Anne Goldmann Schusswaffen, Messer, Schlagringe, ja. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Leute damit herumlaufen. Und in welchen Zuständen sie das tun.

Krimizeitschrift.de Arbeiten Sie gerade an einem Buchprojekt?

Anne Goldmann Selbstverständlich.

Vielen Dank für das Interview, Frau Goldmann! Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg!

Ihr könnt Anne Goldmann auch im Internet auf Ihrer Homepage besuchen: http://www.annegoldmann.at/

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