Autorin der Woche: Inge Löhnig

Inge Löhnig lebt als selbstständige Autorin mit Familie und Kater in der Nähe von München. Ihre Serie mit dem Ermittler Konstantin Dühnfort begeistert Kritiker wie Leser. Neben Literatur für Erwachsene schreibt die Autorin auch Jugendbücher. Sie ist heute unsere Autorin der Woche.

Krimizeitschrift.de Seit wann schreiben Sie?

Inge Löhnig Gute Frage. Eigentlich irgendwie schon immer. Doch ernsthaft betreibe ich das seit etwa zwölf Jahren.

 

Krimizeitschrift.de Wie kamen Sie zum Krimi?

Inge Löhnig Das ist eigentlich eine lustige Geschichte, der ich inzwischen eine Überschrift verpasst habe: Hochmut kommt vor dem Fall.

Vor Jahren habe ich eine Krimirezension gelesen, die mich derart begeistert hat, dass ich mir das Buch sofort gekauft habe. Doch ich war enttäuscht. Nein, ich war richtig sauer. Mir hat das Buch nicht gefallen. Das kann ich auch. Und das kann ich besser!, dachte ich. So viel zum Hochmut.

Ich habe sofort begonnen, diesen verwegenen Plan in die Tat umzusetzen. Jedenfalls habe ich das versucht und sehr schnell Abbitte geleistet. Denn man schüttelt nicht einfach mal so einen Roman aus dem Ärmel. Irgendwann hatte ich ein zweihundertseitiges Chaos angerichtet, ein buntes Durcheinander an Handlungssträngen. Nur kannte ich diesen Begriff damals noch nicht. Aber eines war klar: Ich würde es nie schaffen, dieses Desaster zu einem vernünftigen Ende zu bringen. Soviel zum Fall.

Es war also höchste Zeit, sich mit dem Handwerk des Schreibens zu beschäftigen. Das habe ich dann getan. Fachliteratur besorgt und gelesen und Workshops im Münchner Literaturhaus besucht.

Warum es Krimi sein muss, liegt vermutlich daran, dass ich selbst gerne Krimis lese und außerdem neugierig bin. Mich interessiert, was Menschen antreibt, sich so zu verhalten, wie sie sich verhalten. Ein Verbrechen ist ein sehr extremes Verhalten. Mich reizt es, den Ursachen einer Tat auf den Grund zu gehen, sowie der Vorgeschichte und den Verschiebungen, die in Menschen stattfinden müssen, um zum Verbrecher zu werden. Ich schreibe also keine Whodunits, sondern Whydunits. Mich interessiert nicht, wer es war, sondern wie es dazu kommen konnte.

Krimizeitschrift.de Was ist das Besondere an diesem Genre?

Inge Löhnig Dass man die Figuren über ihre Grenzen treiben und menschliche Tiefen ausloten kann.

Krimizeitschrift.de Die beste Zeit zum Schreiben ist …

Inge Löhnig … Morgens zwischen sechs und neun.

Krimizeitschrift.de Erinnern Sie sich noch an das erste Buch, das Sie gelesen haben? Welches war es und wann haben Sie es gelesen?

Inge Löhnig Leider erinnere ich mich nicht. Es könnte Pipi Langstrumpf gewesen sein, vermutlich im Alter von sieben oder acht Jahren.

Krimizeitschrift.de Was ist heute Ihr Lieblingsbuch?

Inge Löhnig Da gibt es mehrere. Favoriten sind u.a.: Melnitz, Charles Lewinsky. Fegefeuer der Eitelkeiten, Paul Auster. Der Verdacht, Friedrich Dürrenmatt. Vom Winde verweht, Margaret Mitchell.

Krimizeitschrift.de Haben Sie schon einmal eine Waffe in der Hand gehabt?

Inge Löhnig Nicht nur eine. Während der Criminale 2008 in Wien, habe ich an einem Schießtraining mit verschiedenen Handfeuerwaffen beim LKA Wien teilgenommen. Nur vor der Pumpgun habe ich mich gedrückt. Das war mir zu unheimlich.

Krimizeitschrift.de Arbeiten Sie gerade an einem Buchprojekt?

Inge Löhnig Ja, an Dühnforts sechstem Fall. Die Rohfassung ist fertig. Derzeit sitze ich an der Überarbeitung. Voraussichtlicher Erscheinungstermin wird November oder Dezember 2013 sein. So lange müssen Dühnfort-Fans also gar nicht mehr warten.

Vielen Dank für das Interview, Frau Löhnig! Wir sind gespannt auf Dühnforts sechsten Fall und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg!

An dieser Stelle möchten wir noch auf Inge Löhnigs Homepage hinweisen. Wer mehr über die Autorin und ihre Bücher erfahren möchte, wird dort sich fündig.

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