Das Verstummen der Krähe | Sabine Kornbichler | Rezension

Sabine Kornbichler ist zurück! Nach dem von den Lesern gelobten Krimi “Die Todesbotschaft” (2010) ist im August mit “Das Verstummen der Krähe” ein neuer Titel der Autorin erschienen.

Inhalt

Kristina Mahlo ist Nachlassverwalterin mit Herz und Seele. Sie hat sich ganz und gar den Toten und ihrem letzten Willen verschrieben. Als sie eines Tages jedoch einen seltsamen Auftrag erhält, weiß sie zunächst nicht, ob sie diesen wirklich annehmen soll. Die Verstorbene verlangt beinahe, dass Kristina als Nachlassverwalterin eingesetzt wird. Doch nicht nur das. Sie soll, bevor das Erbe verteilt wird, herausfinden, wer den Mord begangen hat, für den ihr Mann ins Gefängnis gehen musste. Ein Unterfangen, das nicht nur etliche Gefahren birgt, sondern auch die Vergangenheit aufwühlt, an Stellen, die besser unberührt geblieben wären.

Meine Meinung

Bereits ohne den Hintergrund zu kennen, spürt der Leser von Anfang an die Last, die Kristina Mahlo auf ihren Schultern trägt. Auch wenn erst nach und nach deutlich wird, wie schwer diese wirkt und wie der dahingehende Hintergrund aussieht, schafft sie es sofort, den Leser für sich einzunehmen. Dies funktioniert auch daher außerordentlich gut, da das Geschehen aus ihrer Sicht geschildert wird. So ist man quasi mittendrin, denn auch ihre Gedanken und Gefühle bleiben einem nicht verborgen. Mit ruhiger Stimme lotst sie den Leser von Ereignis zu Ereignis, manches aufwühlender als andere, aber alle gleichsam bedeutend. Oft ist man nicht sicher, wer gerade welchen Kampf mit wem ausficht, im Nachhinein erscheint dafür alles umso deutlicher.

Psychologische Raffinesse ist ebenso vorhanden wie brachiale Gewalt. Durch diesen Mix ergibt sich eine Spannung, die nicht mit bloßen Händen angefasst werden sollte. Die aufgeladene Atmosphäre scheint mit jeder Seite, mit jedem Wort noch elektrisierter. Atemlos verfolgt der Leser das Geschehen, hinter jeder Ecke erwartet man die nächste Überraschung.

Verdächtige gibt es in diesem Fall wie Sand am Meer. Und jeder hat sein ganz eigenes Motiv, auch wen manche sich überschneiden. Denkbar wäre demnach jedes Szenario, doch es gilt das Richtige zu ermitteln, und zwar ohne vorher selber überwältigt zu werden.

Fazit

„Das Verstummen der Krähe“ besticht mit verworrenen Gedankengängen und einer Spannung, die es in sich hat. Wer einmal mit dem Lesen beginnt, wird nicht aufhören, ehe die letzte Seite zugeschlagen wird.

Info

  • Deutscher Titel: Das Verstummen der Krähe
  • Autor: Sabine Kornbichler
  • Verlag: Piper
  • Erscheinungstermin: 13. August 2013
  • Seiten: 432
  • ISBN: 978-3-492-30203-6
  • Preis: 12,99 Euro

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