Das Washington-Dekret – Spektakulär aber zu konstruiert

Von Nicolas Sender

In den USA steht die Präsidentschaftswahl kurz bevor. Bruce Jansen fliegen die Stimmen der Amerikaner scheinbar zu. Am Wahlabend kommt seine Ehefrau durch einen kaltblütigen Mord mit dem ungeborenen Kind ums Leben. Der Präsident gerät völlig aus dem Gleichgewicht und erlässt das ›Washington Dekret‹ – eine politische Entscheidung, die schwerwiegende Folgen für die gesamte amerikanische Bevölkerung nach sich zieht.

Doggie Rogers, Mitarbeiterin im Stab des Präsidenten, steht nach dem Attentat unter Schock – nicht zuletzt, weil ihr eigener Vater nun des Mordes an der Präsidentengattin angeklagt wird. Auf der Suche nach der Wahrheit wird Doggie zur meistgesuchten Frau der USA. Mit Hilfe von Freunden versucht sie, das Komplott aufzudecken. Alles ruht nun auf ihren Schultern …

Auf den ersten 100 Seiten muss man sich als Leser erst einmal in Geduld üben. Die Handlung kommt nur langsam in Schwung, nimmt aber im Laufe des Buches immer mehr an Fahrt auf und bildet mit den letzten 300 Seiten einen krassen Kontrast zum Anfang. Temporeich und spannend geht es aufs Ende zu.

Jussi Adler-Olsens neuer Bestseller basiert auf einer interessanten, spannenden Idee, ist aber leider unrealistisch und oberflächlich umgesetzt. Die Geschichte wirkt an einigen Stellen konstruiert, wichtige Dinge werden ausgelassen und nicht erzählt, was die Handlung bisweilen unlogisc 3-423-28005-0h erscheinen lässt.

“Das Washington-Dekret” ist in erster Linie spektakulär und wird mit zunehmender Seitenzahl spannender, leider wirkt die Geschichte stellenweise aber etwas zusammengewürfelt.

Info Jussi Adler-Olsen: Das Washington-Dekret, dtv, 656 Seiten, 19,90 Euro, ISBN: 3-423-28005-0

Auch als eBook erhältlich.

1 comment
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