Der 9. Fall für Alexander Gerlach – Leider ein Flop

Von Nicolas Sender

“Das vergessene Mädchen” ist der neunte Band der Serie um den Heidelberger Kripochef Alexander Gerlach. Diesmal ermittelt er im Fall eines verschwundenen Mädchens. Die 17jährige Lea kehrt nicht von der Klassenfahrt nach Salzburg, an der auch Gerlachs Töchter teilnehmen, zurück. Der Kripochef ermittelt vorerst inoffiziell und durchleuchtet das Leben der Verschwundenen. Dabei erfährt er jede Menge über die Klassenkameradin seiner Töchter, nur nichts, das ihn weiterbringen würde. So verstreichen die 100 bis 150 Seiten, ohne dass er weiterkommt. Es gibt viele Gespräche und Randgeschichten, doch leider ist ein Großteil dessen für den Fall unrelevant.

Dann wird plötzlich ein Mitarbeiter Gerlachs, der sich vorher einige Mal etwas dümmlich anstellte und deshalb von seinem Chef zur Strafe allein eine Observation durchführen muss, bei genau dieser angeschossen. Natürlich plagen Gerlach die Schuldgefühle und er und sein Team beginnen mit größtem Eifer zu ermitteln. Dementsprechend wird der eigentliche Fall, um den es in diesem Krimi geht kurzzeitig ausgeblendet und erst später, nachdem der Fall um den angeschossenen Kollegen geklärt ist, wieder eingeblendet. Einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen gibt es nicht.

Rasch klärt Gerlach dann auch den Fall um die verschundene Lea auf. Schnell hat er den Täter, verhört ihn über viele Seiten und ringt ihm schließlich ein Geständnis ab. Auch hier wird zu wenig zusammenfassend erzählt und einige Geschichten am Rande werden am Ende einfach wieder vergessen. Die hätte man dann vielleicht lieber streichen sollen, da sowieso manches aus vorrangegangenen Bänden in abgewandelter Form wiedergekäut wurde.

Am Ende ist der neunte Band der Alexander-Gerlach-Reihe leider ein Flop. Wolfgang Burgers Krimi ist überladen mit unrelevaten Informationen und es fehlt deutlich der rote Faden in der Handlung. Auch für Gerlach-Fans kann ich hier leider keine Leseempfehlung aussprechen.

Info Wolfgang Burger: Das vergessene Mädchen, Piper Verlag, 320 Seiten, 12,99 Euro, ISBN: 978-3-492-27259-9

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