Der Nachtwandler – eine Lektüre, die einem bis in die Träume folgt

Leon ist Schlafwandler – und glaubt, dass er seine Frau misshandelt. Bereits in seiner frühen Jugend wurde Leon wegen seiner Schlafstörungen psychiatrisch behandelt. Jetzt scheint es jedoch, als würden die Schatten der Vergangenheit ihn einholen. Als seine Frau unter seltsamen Umständen verschwindet, startet Leon ein waghalsiges Experiment, dass ihm dabei helfen soll zu verstehen, was wirklich passiert ist. Doch die Entdeckungen, die er dabei macht, sind alles andere als beruhigend…

Es gibt viele Schlafwandler, die Aktionen der meisten von ihnen sind harmlos. Es gibt aber auch jene, die sich oder andere in Gefahr bringen, ohne natürlich davon etwas zu ahnen oder bewusst zu provozieren. Zu eben jener Gruppe zählt Leon sich selber, da er in frühen Jahren bereits unter massiven Schlafstörungen litt, die nicht nur ihn gefährdet haben. Um herauszufinden, was mit ihm geschieht, wenn er schläft, begibt er sich in einen Selbstversuch. Mit Hilfe einer bewegungsaktiven Kamera zeichnet Leon alles auf, was geschieht, wenn er nicht bei vollem Bewusstsein ist, um später, in wachem Zustand, nachvollziehen zu können, was er getan hat oder eben auch nicht.

Sebastian Fitzek nimmt den Leser einmal mehr mit auf eine Reise in die menschlichen Abgründe, von denen man sich eigentlich gar nicht vorstellen möchte, dass sie existieren. Es ist schon schlimm genug, dass man nicht weiß, was mit einem geschieht, wenn man schläft. Stellt man sich dann allerdings vor, dass man selber oder jemand aus dem direkten Umfeld ähnliche Erlebnisse wie Leon haben könnte, möchte man nicht einmal mehr schlafen. Die Lektüre wird einen noch weit bis in die Träume verfolgen, ohne dass man etwas dagegen tun könnte.

Der spannende, mitreißende Aspekt in diesem Buch ist definitiv gegeben, eigentlich hätte man von Fitzek auch nichts anderes erwartet. Dennoch muss man eine kleine Kritik anbringen. Manche Elemente erinnern an frühere Werke des Autors, so dass die Situationen teilweise vorhersehbar werden. Es gibt zwar immer noch genügend Wendungen, die man nicht unbedingt erwartet hätte, ein bisschen mindern die anderen Passagen den Gesamteindruck aber schon.

Generell handelt es sich bei „Der Nachtwandler“ allerdings wieder um ein gelungenes, kurzweiliges Buch, welches der Leser in einer Nacht verschlingen wird.

Info Sebastian Fitzek: Der Nachtwandler, Knaur Verlag, 320 Seiten, 9,99 Euro, ISBN: 3-426-50374-3

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