Der Tod macht Schule – Bröhmann ermittelt wieder

Von Nicolas Sender

Kommissar Henning Bröhmann führt mit der Direktorin der Gesamtschule Schotten gerade
ein ernstes Gespräch über seine versetzungsgefährdete Tochter, da durchschlägt ein Stein
das Fenster des Büros. Nach dem ersten Schrecken wiegelt die Pädagogin ab: Dumme-
Jungen-Streich, alles im Griff – Einmischung nicht erwünscht. Kurz darauf ist sie tot. Jemand hat sie brutal erstochen.

Henning ist entschlossen, diesen Fall zu lösen. Dabei herrscht im Kommissariat gerade dicke Luft. Unter anderem muss das Team sich mit einem unsagbar dämlichen Praktikanten herumschlagen, den Polizeipräsident Bröhmann i. R. seinem Sohn ungefragt ins Nest gesetzt hat: Der Mann war Lokaljournalist, und er will den ultimativen Krimi-Bestseller schreiben. Auch privat hat Henning mehr als genug Ärger: mit der immer wilder pubertierenden Tochter, mit deren schmierigem neuem Freund. Und dann ist da noch die Schulpsychologin Stefanie Assmann: sehr klug, sehr attraktiv – man versteht sich gut, ein bisschen zu gut vielleicht, denn Kommissar wie Psychologin sind ja verheiratet. Was für eine Dummheit er begangen hat, wird Henning schlagartig klar, als der mutmaßliche Täter per DNA-Probe ermittelt wird …

Vor einem Jahr debütierte Dietrich Faber mit „Toter geht’s nicht“. Bereits vor dem Erscheinungstermin seines ersten Titels stand fest, dass es eine Fortsetzung des Buches geben würde. Der Verlag war von ihm begeistert. Die Leser auch, wie sich schnell herausstellte. Allerdings begeisterte der Autor mit seinem als Krimi ausgeschriebenen Buch weniger die Krimifans, als vielmehr Leser von humorvollen Büchern und Familiengeschichten. Denn wer bei Fabers Büchern einen spannenden Krimi erwartet, bei dem es vorranig um die Bekämpfung eines Verbrechens geht, wird enttäuscht werden. Fabers Bücher sind vielmehr Familiengeschichten zum Totlachen – mit Toten. Denn einen Mord gibt es dann doch immer. Schließlich muss der Protagonist Henning Bröhmann, der Kommissar geworden ist, ohne dass er sich wirklich für Verbrechensbekämpfung und Polizeiarbeit interessiert, auch einen Fall haben.

Abgesehen davon ist „Der Tod macht Schule“ wirklich lesenswert. Wie auch in „Toter geht’s nicht“ wächst Bröhmann alles über den Kopf. Ein Mord an der Schulleiterin, der neue achtzehnjährige Freund seiner fünfzehnjährigen Tochter, ein unsagbar dämlicher Praktikant, seine schwierige Ehe, und dann lernt er, als wäre das alles noch nicht genug, auch noch die attraktive Schulpsychologin Stefanie Assmann kennen.

„Der Tod macht Schule“ ist voll von Verstrickungen und Problemen, die Bröhmann das Leben schwer machen. Der Autor, auch als Kabarettist tätig, beschreibt alles mit einem wunderbaren Humor.

Fazit: Nicht ganz so gut wie der erste Band, aber immer noch spitze. Ich empfehle das Buch allen, die Humor, Krimis und Familiengeschichten mögen.

Seiten: 288 ISBN: 978-3-86252-025-1 Preis: 13,95 Euro

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