Gone Girl | Gillian Flynn | Rezension

“Gone Girl” sorgte in den letzten Monaten für Wirbel und hat es inzwischen in der Bestsellerliste KulturSPIEGEL-Paperback 41/2013 auf Platz 3 in der Rubrik “Belletristik” geschafft.  Der Megaseller aus Amerika ist auch bei uns zum Bestseller geworden.

Inhalt

Amy und Nick sind seit 5 Jahren verheiratet, 5 Jahre, die himmelhochjauchzend begannen und bis zum letzten Hochzeitstag immer mehr vom Alltag und finanziellen Problemen getrübt werden. 5 Jahre in denen die verwöhnte Amy, Vorbild für eine Kinderbuchreihe ihrer Eltern Amazing Amy verzweifelt versucht, das Bild einer liebevollen, verständnisvollen Ehefrau aufrecht zu erhalten, die es eigentlich gar nicht gibt. 5 Jahre in denen Nick mal mehr mal weniger versucht, der Ehemann zu sein, den Amy in ihm sehen will. Als beide ihren Job verlieren und Amys Trustfond für ihre Eltern benötigt wird, verlässt das Paar New York und geht nach North Carthage in Missouri, Nicks Heimatstadt, wo Nick gemeinsam mit seiner Schwester Go mit Amys letztem Geld eine Bar eröffnet.
Ihr Leben scheint sich einzupendeln zwischen Nicks Arbeit und Amys Versuch sich einzuleben, bis Amy am Tage ihres 5 Hochzeitstages verschwindet.

Meine Meinung

Das Buch ist lang. Sehr lang. Aber es ist zu keiner Zeit langweilig, ich war völlig in den Bann gezogen von der Art wie die Autorin ihr Buch aufgebaut hat. Anfangs abwechselnd berichten Amy und Nick, sodass der Leser beide Charaktere kennenlernen, fast schon studieren kann und mal den einen und dann wieder den anderen hasst oder liebt.

Im Verlauf der Geschichte kommen immer mehr ihre Schwächen zutage. Nick ist ein Lügner, der häufig lieber schweigt oder nur die halbe Wahrheit sagt um in einem guten Licht dazustehen. Er steht nciht zu dem was er tut und denkt, ein Wesenszug der ihn bald schon zum Hauptverdächtigen der werden lässt. Außerdem hat er eine Affäre mit einer Studentin – ein gutes Motiv Amy verschwinden zu lassen?

Amy ist eine Person die es nicht ertragen kann nicht im Mittelpunkt zu stehen, die alles und jeden kontrollieren will und die Nick mit albernen Ratespielchen quält und es am Ende auf die Spitze treibt?

Das Buch ist kein gewöhnlicher Krimi, der Leser weiß lange nicht, was wirklich geschah und wenn er glaubt es zu wissen, ist doch wieder alles ganz anders. Manchmal nur durch einen Satz, durch eine Tat verschieben sich die Sympathien von Nick auf Amy und wieder zurück.

Fazit

Vielleicht hätten 100 Seiten weniger auch gereicht, aber dann wäre das Buch nicht was es ist, es wäre ein Thriller wie es zig andere gibt, die Einblicke in die Abgründe der menschlichen Seele würden sich dem Leser nicht so detailliert darstellen. Es ist erschreckend was Menschen einander an tun können, das ist es was die Autorin dem Leser klar macht, auf den ersten 300 Seiten langsam aber stetig führt sie ihn mitten hinein in das Grauen einer Ehe.

Info

“Gone Girl” von Gillian Flynn ist bei Scherz erschienen und umfasst 576 Seiten. Für 16,99 Euro ist die Paperback-Ausgabe über die ISBN 978-3-502-10222-9 im Handel erhältlich.

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