Michael Hetzner im Interview über “Phantomspuren”

Michael Hetzner debütierte im Februar 2012 mit seinem Krimi “Prager Requiem”. Sein zweiter Krimi ist vor kurzem erschienen und diesmal hat sich der Autor im Genre True Crime versucht und ist den Spuren des Phantoms von Heilbronn gefolgt.

Krimizeitschrift.de Herr Hetzner, Sie haben im Februar vergangenen Jahres mit „Prager Requiem“ als Krimiautor debütiert. Warum haben Sie angefangen, Krimis zu schreiben?

Michael Hetzner Mit “Prager Requiem” habe ich Eindrücke von Tschechien, meiner zweiten Heimat, verarbeitet. Gerade die kulturellen und sozialen Differenzen zu diesem Land, haben mich gereizt. Außerdem verbindet Deutsche und Tschechen eine lange und wechselvolle – und leider auch blutige – Vergangenheit. Ich fand es interessant, die Geschichte und die Differenzen der beiden Länder belletristisch zu verarbeiten. Ich wollte den Lesern aber auch die Welt unserer tschechischen Nachbarn näher bringen und so zu mehr gegenseitigem Verständnis beitragen. So etwas funktioniert bei einem Roman, der mit Spannung arbeitet, oftmals besser als bei einem Sachbuch.

Krimizeitschrift.de In ihrem zweiten Krimi „Phantomspuren“ greifen Sie den realen Kriminalfall um das Phantom von Heilbronn auf. Wie sind Sie diese Idee gekommen?

Michael Hetzner Ich wohne in Heilbronn und da lag es nahe, einen spektakulären Mordfall aufzugreifen, der hier geschah. Es war der Mord an der Polizistin Michele Kiesewetter. Dieser Fall machte über Monate hinweg bundesweit Schlagzeilen. Es gab eine große Zahl von Hinweisen und Spuren, aber sie ergaben zusammen genommen einfach keinen Sinn. Außerdem wurde durch die falsche Spur der kontaminierten Wattestäbchen lange in eine falsche Richtung ermittelt. Es schien so, als würde dieser Fall nie aufgeklärt. Ich habe täglich die Presse und die anderen Medien verfolgt und so etwas beflügelt die Fantasie ungeheuer.

Krimizeitschrift.de Bei einem Krimi, der sich mit einem realen Verbrechen auseinander setzt, gibt immer die Schwierigkeit, den Spagat zwischen einer möglichst realitätsnahen Schilderung und der Unterhaltungskomponente zu meistern. Wie sind Sie damit umgegangen?

Michael Hetzner Als ich das Buch schrieb, waren die Täter noch nicht identifiziert. Ich dachte, man würde den Fall vermutlich nie aufklären. Also habe ich versucht, die verschiedenen widersprüchlichen Spuren so zu kombinieren, dass daraus ein stimmiger und geschlossener Hergang entstand. Nach dem Motto: So könnte es gewesen sein … Dass es in Wirklichkeit dann ganz anders war, tut der Spannung in meinem Roman keinen Abbruch. Der wahre Täterkreis hat ja dann alle überrascht.

Krimizeitschrift.de Haben Sie nach diesem Buch-Projekt das Genre „True Crime“ für sich entdeckt oder bleiben Sie lieber bei den historischen Kriminalromanen?

Michael Hetzner Das habe ich noch nicht entschieden. Beides ist spannend und hat seine Reize. Mitunter ist es auch so, dass nicht der Autor den Stoff findet, sondern der Stoff den Autor. Mal sehen, was hinter der nächsten Hausecke auf mich lauert.

Da sind wir gespannt! Herzlichen Dank für das Interview!

“Phantomspuren” ist als eBook und Printmedium erschienen. Die Printausgabe umfasst 240 Seiten und ist über die ISBN 978-3862822232 für 12,90 Euro erhältlich.

1 comment
  1. karin

    Hallo und guten Tag,

    interessantes Interview. Danke dafür. Phantomspuren hat mir als Roman sehr gut gefallen, weil er kompakt und knackig rüberkam.

    Und über weitere Teil freue ich mich echt freuen..

    LG..Karin..

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