Lesetipp: Bis zur Neige – Ein Fall für Berlin und Wien


Von Christiane Demuth

Ein toter Winzer in Wien und ein toter Szenelokalbetreiber in Berlin. Auch wenn die beiden Verstorbenen sich kannten, so gibt es ansonsten keine gemeinsamen Anhaltspunkte, dass die Morde, denn augenscheinlich waren es welche, zusammenhängen. In Wien deutet alles auf ein Eifersuchtsdrama hin, in Berlin ist die Lage zunächst gänzlich unklar. Anna Habel folgt dennoch ihrem Instinkt, der ihr sagt, dass es einen gemeinsamen Nenner geben muss. Sie setzt sich mit Thomas Bernhardt in Berlin in Verbindung und teilt ihm ihre Vermutungen mit. Hängen die beiden Fälle tatsächlich zusammen oder ist das alles nur eine fixe Idee?

Je tiefer Bernhardt gräbt, desto mehr Geheimnisse werden ans Tageslicht befördert. Vor allem solche, mit denen niemand zuvor gerechnet hätte, denn nun deutet einiges auf ein Motiv aus der Vergangenheit hin. Doch um dieses stichhaltig beweisen zu können, fehlt etwas wichtiges: der Täter.

„Bis zur Neige“ ist der zweite Fall für Anna Habel und Thomas Bernhardt, es ist aber nicht unbedingt notwendig, den ersten bereits gelesen zu haben. Auf wichtige Ereignisse des Vorgängerbandes wird noch einmal zurückgegriffen, alles andere ergibt sich aus dem Zusammenhang. Auch die Darstellung der Hauptcharaktere wird in ausführlicher Form vorgenommen, so dass man auch da nicht das Gefühl hat, etwas verpasst zu haben. Das einzige, was einem nach der Lektüre fehlt, ist das Geschehen des ersten Bandes an sich. Denn den möchte man jetzt unbedingt auch noch lesen.

Das Tempo ist hier recht gemächlich. Es kommt kaum Hektik auf, wird aber dennoch nicht langweilig. Zum Inhalt und der Gesamtsituation überhaupt passt dies wunderbar, somit muss man auch nicht die Befürchtung haben, etwas zu übersehen. Dennoch ist die Geschichte sehr verworren. Immer wieder gibt es neue Hinweise und Indizien, die jedes Mal in eine andere Richtung weisen. Gar nicht so leicht hier den richtigen Weg zu finden und die Spur weiter zu verfolgen. Dadurch kommt natürlich einiges an Spannung auf, die sich kontinuierlich weiter steigert.

Wenn Berlin und Wien gemeinsam ermitteln, ist Spannung, aber auch Spaß, garantiert. Wer sich auf die Geschichte einlässt, wird nicht enttäuscht werden und noch viele weitere Fälle mit Habel und Bernhardt verfolgen wollen.

Info Claus-Ulrich Bielefeld und Petra Hartlieb: “Bis zur Neige”, Diogenes, 417 Seiten, 16,90 Euro, ISBN: 978-3257300086

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