Autorin der Woche: Marlies Ferber

© Catherine Collin

Kürzlich haben wir euch “Null-Null-Siebzig: Agent an Bord” von Marlies Ferber vorgestellt. Die Geschichte eines pensionierten Agenten der auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs ist, auf dem sich seltsame Dinge zutragen. Heute stellen wir euch die Autorin einmal genauer vor, denn sie ist unsere Autorin der Woche und wir haben ihr ein paar Fragen gestellt.

Krimizeitschrift.de Erinnern Sie sich noch an das erste Buch das Sie gelesen haben? Welches war es und wann haben Sie es gelesen?

Marlies Ferber Es war die Geschichte eines Eichhörnchens, den Titel habe ich leider vergessen. Ich war sieben Jahre alt und mächtig stolz.

Krimizeitschrift.de Was ist heute Ihr Lieblingsbuch?

Marlies Ferber Nick Hornby: About a Boy. Etwa gleichberechtigt mit der Autobiographie von Agatha Christie. Ansonsten hat mein Mann mich aktuell mit seiner Matin-Suter-Begeisterung angesteckt. Ach ja, und David Safier mag ich gerade auch sehr.

Krimizeitschrift.de Wie kamen Sie zum Krimi? Seit wann schreiben Sie?

Marlies Ferber Eines morgens fiel mir ein Romantitel ein: Null Null Siebzig – Agent im Altenheim. (Die ganze Geschichte ist in “Operation Eaglehurst” unter “How it began…” nachzulesen). Damit hatte ich Hauptfigur und Setting und begann zu schreiben. Vor “Null Null Siebzig” habe ich als Lektorin in verschiedenen Verlagen gearbeitet und Bücher aus dem Englischen und Niederländischen übersetzt.

Krimizeitschrift.de  Was ist das Besondere an diesem Genre?

Marlies Ferber Ich arbeite nicht nach einem vorher genau ausgeklügelten Plot, sondern habe nur eine Grundidee zu Setting und Figuren und entwickle Gedanken, Handlung und vor allem Dialoge gern beim Schreiben, bin sozusagen mein eigener Erstleser, und gerade ein Krimi bietet bei dieser Art zu schreiben nicht nur den späteren Lesern, sondern erst einmal mir selbst viel Raum für kreative Einfälle und Überraschungen. Ein wenig ist es zwar immer bei dieser Art zu schreiben gerade beim Krimi eine Zitterpartie, ob es auch gelingt, alle munter ausgestreuten Clues richtig miteinander zu verbinden und die Geschichte logisch zu Ende zu bringen, aber wenn es gelingt, bietet die spannende Klammer des Krimi-Genres eine ideale Möglichkeit, mich selbst (und hoffentlich später die Leser) gut zu unterhalten und darüber hinaus Themen, die mir am Herzen liegen, einzuweben. Der Schweizer Krimi-Schriftsteller Michael Theurillat wies bei einer seiner Lesungen einmal darauf hin, dass die großen Dramen wie Hamlet oder Macbeth eigentlich nichts anderes als Krimis seien. (Und welch unglaublich blutrünstige, möchte ich hinzufügen, nachdem ich gerade frisch “Titus Andronicus” auf der Bühne des Shakespeare-Festivals in Neuss erlebt habe). Das Spannende beim Schreiben und beim Lesen ist wohl für die meisten Menschen das Ausloten des menschlichen Daseins und Miteinanders – und das geht eben besonders gut in der dramatischen Zuspitzung des Krimis. Allerdings bin ich selbst kein Fan von Blut und Gewalt, mag eher die Krimis alter englischer Schule, in denen nicht die Tat, sondern das Rätsel im Vordergrund steht und in denen Spannung und Humor sich die Waage halten – und nicht zu vergessen: Eine zarte Liebesgeschichte gehört für mich auch dazu.

Krimizeitschrift.de Was ist die beste Zeit zum Schreiben?

Marlies Ferber Morgens zwischen 8 und 14 Uhr. Kreative Einfälle werden wegen meiner Vergesslichkeit, die mich schon seit der Grundschule verfolgt, zwischendurch notiert, vorzugsweise direkt nach dem Aufwachen und bei Waldspaziergängen mit meiner Hündin.

Krimizeitschrift.de  Haben Sie schon einmal eine Waffe in der Hand gehabt?

Marlies Ferber Ja, einen Revolver. Ohne große Begeisterung allerdings.

Krimizeitschrift.de Arbeiten Sie gerade an einem Buchprojekt?

Marlies Ferber Und wie. Am 3. Band von “Null Null Siebzig”, der in China spielt. Er wird voraussichtlich im Juni 2014 erscheinen.

Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für unsere Fragen genommen haben, Frau Ferber. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg als Krimiautorin und sind gespannt auf den nächsten Null Null Siebzig-Band.

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