Nikola Rührmanns dritter Fall: Wenn flüchtige Teilchen aufeinanderprallen …

Von Sonja Terdevci

Dr. Nikola Rührmann, mittlerweile über vierzig, kehrt Berlin den Rücken und versucht ihr Glück am renommierten Deutschen Elektronen-Synchrotron in der alten Heimat Hamburg. Tatsächlich winkt dort eine feste Stelle. Typisch für “Sput-Nik” und die Wirren ihres Lebens, dass eine nicht ganz seriös wirkende Bedingung daran geknüpft ist: Sie soll einem widerstrebenden Professor seine Unterlagen abluchsen. Gute Jobs wachsen nicht auf Bäumen, also willigt sie ein – und braucht schon bald alle Hilfe alter Freunde, die sie kriegen kann!

Als ich “Teilchenbeschleunigung” zunächst in Händen hielt, war ich recht skeptisch, denn immerhin geht es zu einem Großteil um Physik. Nun war Physik nie ein Lieblingsfach von mir, und ich kenne mich zugegebenermaßen auch nicht gut damit aus. Doch der Krimi spielt in Hamburg, und von dieser Stadt bin ich ein großer Fan.
Das Buch ist bereits der dritte Teil einer Trilogie. Dazu muss ich sagen, dass ich die ersten zwei Bücher nicht gelesen habe, aber ich konnte trotzdem der Handlung gut folgen und hatte keine Probleme.

Es geht in dem Krimi um die Physikerin Dr. Nikola Rührmann, die wieder in Hamburg ist und dort einen neuen Job bekommt. Bei der Ausübung dieses neuen Jobs stolpert sie quasi über eine Leiche.

Der Einstieg in die Geschichte war für mich ein klein wenig schwierig und auch langweilig, weil es dann doch viel um Physik ging, und das ist – wie schon gesagt – nicht mein Thema. Aber diese kleinen eingestreuten Infos für den Leser sind schon recht sinnvoll, damit man der Handlung besser folgen kann.

Es wurde dann auch bald recht spannend, und man nimmt gerne teil an Nikolas “Ermittlungsarbeit”. Dabei ist Nikola nicht unbedingt eine Figur, die immer nur sympathisch ist. Im Gegenteil; mir war sie oft recht unsympathisch. Aber gerade das hat auch den Reiz des Buches ausgemacht. Die Figuren sind eben nicht alle rund und glatt, sondern sie haben ihre Ecken und Kanten, und das macht sie um so authentischer und lebendiger.

Besonders schön für mich waren dann noch die Szenen, in denen man deutlich spürte, literarisch in Hamburg zu sein. Wie schon gesagt, ich liebe diese Stadt, und durch dieses Buch war ich fast wieder selbst dort.

Im Großen und Ganzen würde ich das Buch allen empfehlen, die gerne mal einen eher untypischen Krimi lesen wollen. Leser, die sich für Physik interessieren, dürfte das Buch fesseln.

Info Bohnet/Pleitgen: Teilchenbeschleunigung, Argument Verlag, 256 Seiten, 11 Euro, ISBN: 3-86754-191-4

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