Rezension: Ostfriesenfeuer von Klaus-Peter Wolf

“Ostfriesenfeuer” heißt der neue Ostfriesen-Krimi von Klaus-Peter Wolf. Für den Autoren ist es sein bisher erfolgreichstes Buch. Nachdem es in den Buchhandlungen auslag wurde es auf Anhieb auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste katapultiert.

Inhalt

Nachdem die Kommissare Ann Kathrin Klaasen und Frank Weller sich das Ja-Wort gegeben haben, versammelt sich fast die gesamte Polizeiinspektion am traditionellen Osterfeuer. Alle sind ausgelassener Stimmung, bis am nächsten Morgen eine Leiche in den verkohlten Resten des Feuers gefunden wird. Die Flitterwochen werden abgesagt, die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, dennoch fehlt der entscheidende Hinweis. Als auf Norderney eine weitere Leiche auftaucht, ähnlich inszeniert, schließt Ann Kathrin Klaasen einen Zusammenhang nicht von vornherein aus. Nun gilt es Ruhe zu bewahren, die Fäden in der Hand zu behalten und das Motiv hinter den Morden zu entschlüsseln, bevor ein weiteres Opfer auftaucht…

Meine Meinung

„Ostfriesenfeuer“ ist der achte Fall für Ann Kathrin Klaasen und ein sehr persönlicher dazu. Es ist hilfreich, auch Grund der recht fortgeschrittenen Entwicklung der Charaktere, zumindest den ein oder anderen Vorgängerband gelesen zu haben, zwingend notwendig ist es aber nicht. Zum Teil wird kurz auf vergangene Ereignisse verwiesen, wichtige Hintergrundinformationen werden ebenfalls angerissen, so dass man zumindest eine Ahnung hat und nicht komplett im Dunkeln tappt. Allerdings sind die Fälle jeweils in sich abgeschlossen, dass hier keine Vorkenntnisse vonnöten sind, um das Geschehen zu erfassen und nachvollziehen zu können.

Betrachtet man im Nachhinein den Umfang des Buches, so kommt man zu dem Schluss, dass es hundert Seiten weniger auch getan hätten. Vor allem im ersten Drittel plätschert die Handlung sehr lange Zeit dahin und wirkt unheimlich zäh. Man hat das Gefühl, dass teilweise nur Zeit geschunden wird und die Beschreibungen dementsprechend umfangreich ausfallen. Es wird allerdings nicht bedacht, dass es dadurch sehr schnell zu Langeweile kommen kann und der Spannungsbogen quasi nicht mehr vorhanden ist.

Glücklicherweise tritt innerhalb des zweiten Drittels eine Kehrtwendung ein und das Tempo nimmt rasant zu, da muss man fast schon aufpassen, dass man den Zug nicht verpasst. Das Geschehen zieht den Leser jetzt regelrecht in seinen Bann, so dass es schwer fällt, das Buch noch zur Seite zu legen, also das genaue Gegenteil zu vorher. Man fiebert mit den Charakteren mit und versucht sich selbst an den Ermittlungen. Die zahlreichen Hinweise führen einen jedoch immer wieder in die Irre, auch die Polizei ist davor nicht gefeit. Somit bedarf es einiges an Instinkt, um den Fall hoffentlich noch zu einem verhältnismäßig guten Ende zu bringen.

Fazit

Fans von Klaus-Peter Wolf und Krimis mit viel Lokalkolorit sollten sich „Ostfriesenfeuer“ nicht entgehen lassen. Auch wenn es mitunter schwer fällt im ersten Drittel bei der Sache zu bleiben, sollte man sich durchbeißen. Hat man dies geschafft, wird man mit einem wahren Feuerwerk an Spannung belohnt.

Info

  • Deutscher Titel: Ostfriesenfeuer
  • Autor: Klaus-Peter Wolf
  • Verlag: Fischer Taschenbuch
  • Erscheinungstermin: 17. Februar 2014
  • Seiten: 528
  • ISBN: 978-3596190430
  • Preis: 9,99 Euro

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