Schwarzer Fluch | Alex Winter | Rezension

2005-2007 erschienen von Alex Winter im Knaur Verlag die ersten drei Bände einer Australienkrimi-Reihe, die ab Frühjahr 2013 bei Bookshouse neu aufgelegt und weitergeführt wird. Außerdem arbeitet Alex Winter an mehreren Thrillern, von denen der erste, „Blinder Hass“, im Herbst 2013 bei Bookshouse erscheint.

Inhalt

Spurlos ist eine Gruppe von Forschern verschwunden. Unter ihnen der schwer kranke Martyn. Ohne medizinische Versorgung hat er so gut wie keine Überlebenschance … Zwei Aborigines, die Detective Daryl Simmons verhört, verhalten sich seltsam. Wissen sie um das Schicksal der Forschergruppe? Da Martyns Leben auf dem Spiel steht, folgt Daryl den beiden in die Wüste ohne entsprechende Ausrüstung, ganz auf sich selbst gestellt. Ein Wettlauf auf Leben und Tod beginnt …

Meine Meinung

In diesem 3. Krimi der Daryl-Simmons-Reihe liegt das Hauptaugenmerk des Autors eindeutig nicht auf dem Fall rund um die verschwundenen Forscher. Vielmehr bietet die Suche nach diesen eine gute Grundlage für Alex Winter, um den Leser ausgiebig über die australische Wüste zu informieren und sehr viel über die australischen Aborigines sowie Flora und Fauna mitzuteilen. Wer sich für die Ureinwohner des Landes nicht interessiert und einen vor Spannung nicht zu überbietenden Krimi erwartet, wird von diesem Buch nicht so begeistert sein wie ich es während und nach der Lektüre war bzw. noch immer bin. Fasziniert las ich über die heiligen Stätten der Aborigines, ihre Rituale, ihre Art zu leben. Ich bin sehr beeindruckt davon, wie sie im Einklang mit der Natur leben, sie achten und zu schätzen wissen. Innerlich schüttelte ich während des Lesens einige Male den Kopf, wenn ich mir vor Augen führte, wie wir „zivilisierten“ Menschen mit dieser einmaligen Erde und auch miteinander umgehen. Auch die Beschreibungen der Fähigkeiten dieser wenigen verbliebenen Ureinwohner zogen mich in ihren Bann. Dass wir Menschen ursprünglich telepathische Kräfte hatten, davon hatte ich schon gelesen, konnte es aber nicht so recht glauben. Jedoch scheint diese Information zu stimmen, denn bei den Aborigines funktioniert diese Gabe noch. Ohne Uhren oder Landkarten zu haben, schaffen es diese unglaublichen Menschen, sich zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort zu verabreden, um nur ein Beispiel zu nennen. Auch können sie den meisten Menschen in die Seele sehen und erkennen die Wahrheit und das Wesen der entsprechenden Person. Besonders fasziniert hat mich ihre Überzeugung, immer für die Gemeinschaft zu handeln und zu entscheiden, niemals treten egoistische Gründe in den Vordergrund. Schade, dass dieses Volk nie so gewürdigt wurde, wie es verdient gewesen wäre und dies wohl auch nie mehr passieren wird bzw. passieren kann, denn auch bei den verbliebenen Stämmen hat leider eine beginnende Zivilisierung eingesetzt. Sehr schade finde ich, dass dadurch nicht nur diese Kultur an sich, sondern auch ihr medizinisches Wissen, welches auch einige Male beeindruckend im Buch geschildert wurde, unwiederbringlich verloren gehen werden. Der Autor hat all diese Dinge nicht nur einfach beschrieben, sondern daraus einen Krimi im Krimi gemacht. Ich fieberte mit Daryl Simmons mit. Ich hoffte, dass er seine Wüstentour lebend und bei guter Gesundheit übersteht. Wünschte ihm, dass er den Fall der Forscher lösen konnte, ohne die Gesetze der heiligen Orte der Aborigines zu verletzen. Dadurch, dass Daryl ein weißer Aborigine ist, hatte er von allen Polizisten Australiens die besten Voraussetzungen, um diesen Ritt auf der Rasierklinge zu meistern. Er war als Kind mehr oder weniger mit den Kindern der Ureinwohner zusammen aufgewachsen und wurde dadurch, dass er in  viele Riten der Pintubi-Stammes eingeweiht wurde, selbst zu einem von ihnen. Seine Stammesnarben bewiesen den Aborigines seine Zugehörigkeit. Trotzdem wurde ihm noch die eine andere Prüfung auferlegt, bis die Stammesmitglieder ihm vertrauten. Ob er dennoch den Fall lösen konnte und ob er und die Forschergruppe gesund und munter zurück in die Zivilisation kamen, werde ich nicht verraten.

Fazit

Alex Winter ist mit „Schwarzer“ Fluch“ eine interessante und spannende Symbiose aus Krimi und Aborigine-Wissen gelungen und für mich ein Muss für jeden Australien-Fan. Ich vergebe sehr gerne die maximale Sternenzahl und freue mich jetzt schon auf den nächsten Fall, wenn es wieder heißt „Daryl Simmons ermittelt…“

Info

“Schwarzer Fluch” von Alex Winter ist bei Bookhouse erschienen und umfasst 328 Seiten. Über die ISBN 9963-727-08-5 ist das Buch für 13,99 Euro bei allen Buchhändlern erhältlich.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>