Schwarzer Schwan – Horst Eckert über sein Buch

Investmentbankerin Hanna Kaul sieht sich am Ziel ihrer Träume: Zum ersten Mal steuert sie den Übernahmepoker eines börsennotierten Unternehmens, ein Erfolg bedeutet den erhofften Karrieresprung. Dann aber sagt der RheinBank-Vorstand den Milliardendeal überraschend ab. Damit nicht genug: Hanna erfährt, dass sie ausspioniert wird. Was geht da vor? Dominik Roth ist für Betrugssachen zuständig und unzufrieden. Als eine Lobbyistin der Deutschen Börse auf offener Straße erschossen wird, darf er endlich bei den Mordermittlern aushelfen. Denn es gibt einen weiteren Fall: In einem ausgebrannten Polo wurde eine Leiche entdeckt. Prompt steckt Dominik in einem Dilemma. In der Wohnung des Toten findet die Polizei Papiere, die Hannah Kauls Observation dokumentieren. Dominik kennt das Material nur zu gut – er selbst hat an der Beschattung der Bankerin mitgewirkt. Weil das eine nicht genehmigte Nebentätigkeit für die Firma eines Freundes war, verschweigt Dominik, was er weiß, und begibt sich auf verdammt dünnes Eis. Hannahs Welt zerbricht endgültig: Ihre Nichte Leonie verschwindet spurlos. Dominiks Kollegen vermuten in Leonie eine Ausreißerin, doch er findet Hinweise auf eine Entführung …

Wir haben mit dem Autoren über sein Buch gesprochen …

Krimizeitschrift.de Wie kamen Sie auf die Idee zu “Schwarzer Schwan”?

Horst Eckert Als ich vor zweieinhalb Jahren überlegte, wovon mein nächster Roman handeln sollte, war gerade die Hypo Real Estate verstaatlicht und mit unglaublichen Garantien in Höhe von weit mehr als hundert Milliarden Euro ausgestattet worden. Die Kanzlerin verkaufte das als “alternativlos”, aber in meiner Autorenfantasie steckte dahinter ein Coup der Banken, die daran auf Kosten der Steuerzahler verdienten. Darüber wollte ich schreiben, und auch wenn schließlich der eigentliche Kriminalfall in den Vordergrund rückte, kann man den Roman auch als einen Kommentar zur Krisenzeit lesen. Der Titel “Schwarzer Schwan” ist die Metapher auf die Katastrophe, ob Fukushima und Eurokrise oder die ganz persönlichen Schicksale meiner Romanfiguren.

Krimizeitschrift.de In Ihrem Thriller geht es auch um Lobbyismus. Wie kamen Sie darauf dieses Thema in die Handlung einzuflechten?

Horst Eckert In der Politik geht es weniger um die Suche nach dem “richtigen” Weg, sondern um das Durchsetzen von Interessen. Das läuft oft hinter den Kulissen. Im Unterschied zu den USA gibt es in Deutschland das Delikt der Abgeordnetenbestechung nicht. Parlamentarier nehmen Parteispenden entgegen und werden mit lukrativen Nebenjobs versorgt. Das wollte ich anhand des Bundestagsabgeordneten Lothar Mierscheid schildern, der zugleich ergründen will, warum seine Freundin, die aus diesem System ausbrechen wollte, ermordet wurde. Mir gefallen diese Figuren, die sowohl gute als auch fiese Seiten haben, und Mierscheid ist mir beim Schreiben richtig ans Herz gewachsen.

Krimizeitschrift.de Dürfen sich Ihre Leser denn auf ein neues Buch freuen?

Horst Eckert Natürlich arbeite ich am nächsten Roman. Aber über ungelegte Eier soll man bekanntlich nicht gackern.

Vielen Dank für das Interview, Herr Eckert!

Info Horst Eckert: Schwarzer Schwan, Grafit Verlag, 383 Seiten, 10,99 Euro, ISBN: 978-3894254131

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