Seelen im Eis | Yrsa Sigurdardóttir | Rezension

Mit Geisterfjord erschien 2009 der erste Fall für das skandinavische Ermittler-Team Dagny & Freyr. Kürzlich erschien dann endlich der zweite Fall Seelen im Eis als Taschenbuch im Fischer Verlag.

Inhalt

Odinn arbeitet an einem Fall den er von einer verstorbenen Kollegin übernahm, die versuchte herauszufinden was vor Jahrzehnten, in einem Privat geführten Kinderheim geschah,ob es dort zu Misshandlungen der Insassen kam und ob der als Unfallt zweier Jungen erklärte  Tod,wirklich ein Unfall war oder Mord, zeitgleich muss er sich um seine Tochter kümmern, die nach dem Tod ihrer Mutter zu ihm zieht, die schwierige berufliche Arbeit und die Verantwortung für das schwer traumatisierte Kind, scheinen auch seine geistige Gesundheit zu beeinträchtigen, er hört Stimmen und Geräusche die nicht da sind, die Situation spitzt sich zu, als sich zum Ende, immer mehr Zusammenhänge zwischen Gestern und Heute heraus kristallisieren.

Meine Meinung

Die Autorin erzählt die Geschichte des Buches aus zwei Perspektiven, einmal in der Gegenwart, wo Odinn an dem Fall arbeitet, und in der Vergangenheit, wo Aldis 1974 in Krokur dem Kinderheim, als Mädchen für Alles arbeitete. Abwechselnd erfahren wir was in Krokur vor sich ging und was Odinn mit seiner Tochter erlebt und wie er immer mehr Fakten aufdeckt.

Aldis Erfahrungen sind die spannenderen Abschnitte, das junge Mädchen fühlt sich nicht wohl an ihrer abgeschiedenen Arbeitsstätte, sie hadert mit ihrem Schicksal und es geschehen seltsame Dinge.

Leider schafft es die Autorin nicht wirklich, die wohl beabsichtigte unheimliche Atmosphäre zu vermitteln, die ihr Buch beschreiben soll. Weder in den Rückblicken auf das Jahr 1974 noch in den anderen Erzählungen, wo Odinn Stimmen aus dem Müllschlucker hört und seine Tochter davon träumt, dass ihre Mutter böse auf sie ist.

Das Buch ist leider auf weiten Strecken zäh und es fehlen die “Gänsehautmomente”, die im Klappentext versprochen wurden. Vielleicht wäre es spannender und unheimlicher gewesen, hätte sich Yrsa Sigurdardottir, etwas kürzer gefasst.

Dafür ist das Ende des Buches grandios! Alles fügt sich zu einem Bild zusammen, dass ich so nicht erwartet hatte. Die Verbindung zwischen der Vergangenheit und dem Jetzt ist der Autorin auf jeden Fall gelungen, alles ist schlüssig erklärt.

Fazit

Ich sehe das Buch nicht als Geisterroman, dafür kamen mir die mystischen Elemente zu kurz, denn für alle Vorkommnisse gibt es eine logische Erklärung, wenn auch vielleicht nicht direkt im Buch, doch der gesunde Menschenverstand findet sie.
Leider entschädigt das Ende nicht für den Rest der sehr langatmigen Geschichte.

Info

  • Deutscher Titel: Seelen Im Eis
  • Original Titel: Kuldi
  • Autorin: Yrsa Sigurdardóttir
  • Übersetzerin: Tina Flecken
  • Verlag: Fischer
  • Erscheinungstermin: 23. Oktober 2013
  • Seiten: 368
  • ISBN: 978-3596195336
  • Preis: 9,99 Euro

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>