Tatort heute: Grenzfall

Tatort: Grenzfall

Bei der Polizei gibt es auch dann Arbeit, wenn sich viele Bürger im Urlaub befinden. Auch das österreichische Tatortteam bleibt davon nicht unverschont. Gerade als die Gefahr droht, liegengebliebene Akten zu durchforsten, müssen sie die Ermittlungsarbeit an einem neuen ungeklärten Todesfall aufnehmen.

Aus dem Grenzfluss zur Tschechei wurde ein Mann tot geborgen. Bei ihren Ermittlungen am Fluss geht Chefinspektors Eisners (Harald Krassnitzers) Kollegin Bibi Fellner (Adele Neuhauser) unfreiwillig baden und wird durch den Journalisten Max „gerettet“. Beide kommen ins Gespräch und Bibi erfährt von Max (Harald Windisch) welche Recherchen ihn an den Grenzfluss führen. Dabei erfährt sie von unheimlichen Geschichten die sich in den 60 Jahren dort abgespielt haben müssen. Max möchte den Tod seines Vaters aufklären, der vor vielen Jahren an genau diesem Flussabschnitt auf mysteriöse Weise beim Fischen verschwand. Da in dieser Nacht hörbar Schüsse fielen, verneint die tschechische Grenzpolizei einen Zwischenfall gehabt zu haben. Doch was haben die damaligen Schüsse mit dem Verschwinden von Max´s Vater gemeinsam. Gibt es überhaupt einen Zusammenhang und was ist mit dem Gesuchten geschehen?

Max, von Beruf Journalist, will Gewissheit über das Verschwinden seines Vaters haben und klärt Bibi auf. So erfährt sie, dass der Tschechische Geheimdienst zur damaligen Zeit junge österreichische Bürger dazu verleitete tschechische Republikflüchtlinge in eine Falle zu locken, indem sie den tatsächlichen Grenzverlauf manipulierten. Derweil hat Chefinspektor Eisner ermittelt, dass der Tote, Mitarbeiter des tschechischen Geheimdienstes war und ermordet wurde. Damit ist klar: Der aktuelle Fall kann schnell zu innerstaatlichen Verwicklungen führen und das Ermittlerteam muss diplomatisches Fingerspitzengefühl beweisen.

Im Laufe der Ermittlungen stellt sich die Frage, ob der vermisste Fischer von damals mit dem Ermordeten in einem Zusammenhang steht. Will vielleicht jemand verhindern, dass die damaligen Kollaborateure enttarnt werden? Chefinspektor Eisner und seine Kollegin erhalten Hinweise aus dem Innenministerium des Nachbarlandes. Mit Hilfe der Akten und des Kartenmaterials können sie die Nacht in dem der Fischer verschwand rekonstruieren. Doch eine Person von damals bleibt vorerst unbekannt. Wer steckt hinter dieser unbekannten Person? Vielleicht der Ermordete, oder ein österreichischer Kollaborateur? Es wird immer undurchsichtiger und so müssen sich die Ermittler zur der Klärung des Falles, der neueren österreichischen Geschichte unter Mithilfe von Max stellen.

Obwohl der Fall im ersten Moment verworren und an den Haaren herbeigezogen vorkommt ist er nicht fiktiv, sondern beruht auf Tatsachen. In den 1960er Jahren wollte die Tschechei einen anderen Weg als die anderen sozialistischen Bruderstaaten einschlagen. Sie wollte eine sozialistische Marktwirtschaft einführen, da gerade viele junge Bürger ihre Kritik immer lauter äußerten. Der damalige Warschauer Pakt war gegen diesen neuen Weg. Die Mitglieder des Paktes beschlossen ein Militärmanöver zum Schutze des Bruderlandes durchzuführen. In der Nacht vom 20. auf den 21. August 1968 kam es zum Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tscheslowakei, in dessen Verlauf über 100 protestierende Menschen getötet wurden. Der Begriff „Prager Frühling“ wurde von den westlichen Medien formuliert und bezieht sich auf die politische damalige Großwetterlage, indem man die Hoffnung hatte, dass ein aufeinander zugehen der zwei Machtblöcke NATO und Warschauer Pakt möglich wäre. Kurioser Weise hat die damalige politische Situation sehr viel Bezug zu der Heutigen, insbesondere wenn man den Konflikt Ukraine, Russland und Nato betrachtet.

Man darf also gespannt sein, wie die österreicher den Fall von heute und vielleicht von damals klären.

Den Tatort Grenzfall könnt ihr euch heute um 20.15 Uhr im Ersten anschauen. Natürlich gibt es auch einen Stream auf der Internetseite der ARD.

Quelle: tatort.de | Bild: ARD Degeto/ORF/Allegro Film/Milenko Badzic

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