Teufelsfrucht – Ein kulinarischer Krimi


Von Anja Rottner


Auf der Kreidetafel, wie man sie aus der Gastronomie kennt, steht neben dem Autor und dem Buchtitel auch der Zusatz “Ein kulinarischer Krimi”. Nicht nur im Fernsehen nimmt die Begeisterung der Küchenshows zu. Nun nimmt diese Sparte auch Einzug in die Welt der
Kriminalliteratur. So steht Kulinarisch stets mit guter Kochkunst in Verbindung, was vereint wird mit einem Roman, bei dem ein Verbrechen und dessen Aufklärung im Mittelpunkt stehen.


Der deutsche Journalist und Schriftsteller Tom Hillenbrand arbeitete für einige große und bekannte Zeitungen. 2011 brachte er seinen ersten Roman “Teufelsfrucht” zur Veröffentlichung, welcher monatelang auf der Bestsellerliste in Luxemburg stand. Sein Erstlingswerk war zudem
als bestes Debüt für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert.


Die 300 Seiten lassen sich leicht und flüssig lesen. Lediglich die diversen Fachbegriffe aus dem Berufsjargon eines Kochs sind nicht unbedingt jedem Leser geläufig, aber wer sich in den zusätzlichen Sprachen französisch und luxemburgerisch zudem noch heimisch fühlt, wird auch keine Stolpersteine
überwinden müssen. Das anhängende Glossar gibt die begriffliche Hilfestellung für die fachlichen Begriffe sowie die Übersetzung für Speisen in starkem Dialekt.


Der Autor gibt dem Leser gratis Nachhilfestunden nicht nur in Biochemie für das Thema Geschmacksverstärker, sondern auch an diversen Ecken Einblicke in das Milieu der Lebensmittelforschung. So kann das Thema der künstlich hergestellten Produkte, um Preismarschen auszureizen, nicht übergangen werden. Die Verbraucher stoßen in den Medien auch immer häufiger über ähnliche Bekanntmachungen wie zum Beispiel, dass die tatsächlichen Inhaltsstoffe oft unbekannt sind und die Konsumenten aufgrund des Produktnamens oftmals glauben, die Inhaltsstoffe zu kennen. Dies ist eindeutig als Kritik an diversen, neu entwickelten Produkten im Buch zu erkennen und lässt ein Nachdenken zwischen den Zeilen zustande kommen.


Ein Hingucker war auf jeden Fall der Code auf Seite 175. Und in der heutigen Zeit sofort als Quick Response-Code zu erkennen, welcher sich mit einer App auf dem Smartphone lesen lässt und meist zu einer Homepage führt. Hier in diesem Fall jedoch leider nicht. Mein Handy zeigte mir nur „nodata“ an. Hier hätte ich mich über eine versteckte Seite zum Buch sehr gefreut.


Tom Hillenbrand hat bereits seinen zweiten Band “Rotes Gold” mit dem Koch Xavier Kieffers veröffentlicht, welches den 24. Platz beim Leserpreis erreichte.

Info Tom Hillenbrand: Teufelsfrucht, KiWi Verlag, 304, Seiten, 8,99 Euro, ISBN: 3462042874

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