Tod im Eichsfeld – Astrid Seehaus über ihr Buch

Während eines heftigen Sommergewitters wird Georg Stahlmann auf seinem Hof in Böseckendorf brutal mit der Mistgabel erstochen. Schnell ist klar, dass der Tod des wohlhabenden Großbauern, der 1991 aus dem Westen zurückgekehrt ist, so manchem in dem ehemaligen Grenzdorf gelegen kommt.

Kriminalkommissar Frank Rothe, frisch von Erfurt nach Heiligenstadt versetzt, hätte sich nie träumen lassen, welche Abgründe sich hinter der friedlichen Fassade des Dörfchens auftun. Hass, Neid und Gier brodeln hier seit langem unter der Oberfläche. Fast jeder hat ein Motiv, doch wer ist der Täter? Wie tief in der Vergangenheit muss Rothe graben?

Wir haben mit der Autorin über ihr Buch gesprochen …

Krimizeitschrift.de Sie schreiben seit über zehn Jahren Kinder- und Jugendbücher. Wie kamen Sie zum Krimi?

Astrid Seehaus Einen Krimi zu schreiben, empfinde ich als eine Art Herausforderung, der ich mich gerne gestellt habe. Angefangen habe ich mit Romanen für Jugendliche, bis mir jemand gesagt hat, dass ein Bilderbuch herzustellen, die ultimative Herausforderung wäre. Ich habe die letzten beiden Jahre fast nur Bilderbücher gemacht und dabei viel Freude am Herstellen eines Bilderbuches empfunden, angefangen von der ersten Idee bis hin zum fertigen Produkt. Meine Bilderbücher wie auch die anderen Bücher werden von der EKZ, der Bibliothekszentrale, und von der Arbeitsgruppe für Jugendliteratur und Medien der GEW empfohlen, worüber ich mich sehr freue. Ich habe festgestellt, es gibt im schriftstellerischen Bereich ja noch so viel mehr zu entdecken, zu lernen und auszuprobieren. Da kam mir der Aufruf zum Krimi-Wettbwerb genau recht. Ich wollte sowieso gerade mal wieder etwas Neues ausprobieren.

Krimizeitschrift.de Der Täter benutzt in Ihrem Kriminalroman eine ungewöhnliche Tatwaffe – eine Mistgabel. Was macht die Mistgabel zu einer geeigneten Tatwaffe?

Astrid Seehaus Ist die Mistgabel das bäuerliche Gerät schlechthin? ich behaupt einfach mal: ja. Im Buch “Tod im Eichsfeld” ist es eine Frage von Zeitpunkt und Gelegenheit, dass eine Mistgabel als Tatwerkzeug verwendet wird. Nebenbei bemerkt, da ich mit Hexenromanen angefangen habe: der Besen ist im damaligen Aberglauben über die angeblichen Hexen deswegen das Fluginstrument der Hexen, weil er das am meisten verwendete Arbeitsgerät war. Die Kinder, vor denen ich lese, haben ganz Recht, wenn sie mir nach meiner Lesung kichernd vorschlagen, jetzt flögen die Hexen auf Staubsaugern.

Krimizeitschrift.de Eichsfeld macht auf Ihren Ermittler zunächst einen friedlichen Eindruck. Doch dann stößt er hinter der friedlichen Fassade auf Hass, Neid und Gier. Haben Sie so etwas auch selbst erlebt? 

Astrid Seehaus Hass, Neid und Gier habe ich persönlich nicht erlebt, aber eine handfeste Prügelei vor unserem Haus, kaum waren wir in das “friedliche” Eichsfeld gezogen. Und bei der Prügelei ging es um lange Haare. Dem einen waren die Haare des anderen ein Dorn im Auge. Sie dürfen davon ausgehen, dass die beiden Burschen und alle Umstehenden mächtig gepichelt hatten, denn feiern können die Eichsfelder. Die lautstarke Prügelei hätte sich noch eine Weile hingezogen, wenn ich nicht dazwischen gegangen wäre. Es war 3 Uhr nachts und wir wollten schlafen, also bin ich raus und habe mich eingemischt. Sie wurden ganz friedlich und sind dann zu Bett. So wie wir dann auch.

Krimizeitschrift.de “Tod im Eichsfeld” war ein großer Erfolg. Erst haben Sie den Thüringer Krimipreis gewonnen, jetzt wurde bereits die 2. Auflage gedruckt. Wie geht es jetzt weiter? Dürfen wir uns auf neue Krimis freuen? 

Astrid Seehaus Auf jeden Fall, aber wenn ich einen zweiten Krimi schreibe, muss er besser als der erste werden. Und das wird die nächste Herausfoderung für mich werden.

Da sind wir schon gespannt. Vielen Dank für das Interview, Frau Seehaus!

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