Tolino vs. Kindle

Von Nicolas Sender

Kurz nach dem Skandal um Amazon brachten die vier weiteren großen Buchhändler Thalia, Hugendubel, Weltbild und die Telekom ein Konkurrenzprodukt für den Kindle heraus. Der Tolino war die Kriegserklärung gegen Amazon.

Als ich den Tolino vor einigen Wochen zugeschickt bekam, war ich enttäuscht. Äußerlich ist er schick, erinnert ein wenig an das iPad. Ansonsten ist er aber enttäuschend einfach. Aus diesem Grund vergleiche ich ihn hier auch nur mit dem ganz einfachen Kindle für 79 Euro.

Ausstattung und Design 

Der Tolino shine verfügt über einen Touchdisplay, wenig Knöpfe und einen Anschluss für Micro-SD-Karten. Er kann ohne Speicher ungefähr 2000 eBooks speichern, hier kommt der Kindle mit 1.400 Büchern nicht ganz mit. Für den durchschnittlichen Leser ist aber beides mehr als genug.

Im Vergleich zum Tolino funktioniert der einfache Kindle ohne Touchdisplay. Dadurch wird die Bedienung umständlicher, vor allem bei den Funktionen, die eine Tastatur benötigen. Wer aber lieber Knöpfe benutzt als moderne Touchtechnologie, ist mit dem Kindle sicher besser dran, denn der Tolino kommt fast komplett ohne Tasten aus.

Beim Design gewinnt ganz klar der Tolino. Er ist schick gestaltet, erinnert an Apples iPad und ist dem einfachen Kindle weit vorraus. Aber in der Hand liegen beide Geräte gut und der Kindle verfügt über eine weiche Rückseite, die beim Lesen sehr angenehm sein kann.

Funktionen 

Der Tolino bietet die üblichen Funktionen, die mir die meisten eReading-Apps für mein Tablet oder Smartphone auch bieten: Inhaltsverzeichnis, Lesezeichen, Konfiguration von Schriftart und -größe, Bildschirmhelligkeit und eine Suchfunktion im Buch.

Das sind weitgehend alles Funktionen, die mir der Kindle auch bietet. Einzig die Bildschirmhelligkeit kann ich beim Kindle nicht einstellen und das Lesen im Dunkeln ist nicht möglich. In der Sonne kann man dafür mit beiden Geräten gut lesen.

Bei der Konfiguration des Schriftbildes muss Tolino vor dem Kindle zurückstecken. Hier bietet sogar der einfache Kindle umfangreichere Einstellungen. Zeilenabstand und die ungefähre Anzahl der Wörter pro Zeile können bei ihm zusätzlich verändert werden. Das sind nette Einstellungsmöglichkeiten, denn nicht jeder findet das selbe Schriftbild angenehm.

Im Großen und Ganzen kann der Tolino nur wenige Funktionen aufweisen, die selbst der einfache Kindle nicht ausweisen kann. Und viele Funktionen mit denen der Kindle nicht aufwarten kann sind “Schnickschnack”.

Etwas ärgerlich finde ich die Tatsache, das man den eBook-Shop am Gerät doch nicht auswählen kann, auch wenn das in der Werbung so suggeriert wurde. Es ist lediglich möglich eBooks bei einem anderen Shop im Internet zu kaufen und dann über den PC auf den Reader zu laden.

Fazit

Alles in allem ist der Tolino zwar schick, bei den wirklich sinnvollen Funktionen kann er aber selbst den einfachen Kindle nicht schlagen. Den Preis von 99 Euro (19 Euro mehr als der Kindle) ist er nur wert, wenn man viel im Dunkeln oder Bücher in Massen ließt. Auch wer kein Fan von Touchdisplays ist, sollte lieber auf einen anderen eReader umsteigen.

Habt ihr den Tolino im Laden getestet oder ihn schon gekauft? Wie sind eure Erfahrungen? Schreibt’s uns in die Kommentare. Wir freuen uns!

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