Totenblick | Markus Heitz | Rezension

Mit Totenblick schreibt Markus Heitz seinen ersten “realen” Thriller ohne Vampire und Dämonen…

Inhalt

Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters.“ Diese Nachricht hinterlässt ein Serienmörder an sorgfältig inszenierten Tatorten, die Todesbildern nachempfunden sind: alte Gemälde, moderne Fotografien oder Bilder aus dem Internet. Anfangs glauben die Ermittler noch, die Hinweise wären am Tatort versteckt oder es gäbe einen Zusammenhang zwischen den Vorlagen und den Opfern. Doch dann machen sie eine grausige Entdeckung: Auf den Vorlagen erhöht sich die Zahl der abgebildeten Toten – aber da ist noch mehr: Die Spuren für die Ermittler sind an einem besonderen Ort vom Täter verborgen worden …

Meine Meinung

Markus Heitz hat mich erobert. Dieses Buch ist für mich ein weiteres Highlight für das Jahr 2013.

Dies ist der erste Thriller von Markus Heitz, in seinem Statement im Buch sagt er selbst, er wollte mal ausprobieren ob er einen klassischen Thriller ohne Dämonen und Vampire hin bekommt. Ich finde der Versuch ist mehr als gelungen.

Gleich auf den ersten Seiten wird ein  junger Konzertpianist auf der Straße überfallen, am nächsten Tag wird er verschleppt. Sein Vater ein bekannter Leipziger Theaterintendant “hofft” auf eine Entführung und hat das Geld für die Übergabe schon beisammen, doch leider kommt alles anders. Der junge Mann ist der erste Tote von einer grausamen Serie. Da der Täter mit den Opfern bekannte Gemälde nachstellt werden die Morde “Bildermorde” genannt.

Rasant treibt uns der Autor durch die Geschichte. Ich für meinen Teil finde den Spannungsbogen von vorne bis hinten auf höchstem Niveau.

Der Autor bringt im “Totenblick” eine Reihe sehr unterschiedlicher Protagonisten unter.Alle haben auf ihre Art und Weise irgendwas besonderes. Da haben wir zum einen Ares Löwenstein, er ist Personal Trainer, Ermittler in eigener Sache, ehemaliges Mitglied eines Motorradclubs und der gute Freund von Kriminalhauptkommissar Peter Rhode. Dieser ermittelt zusammen mit Anke Schwedt und mit Kommissar Lackmann. Das besondere an Peter Rhode ist seine ADHS Erkrankung. Für mich war es das erste mal das mir diese Krankheit in Verbindung mit einem Erwachsenen untergekommen ist…aber klar aus den ADHS Kindern werden eben auch unweigerlich mal Erwachsene und diese müssen auch dann einen Weg für sich mit dieser Krankheit finden. Kommissar Lackmann ist Alkoholiker, keine Abteilung möchte mit ihm arbeiten und nun ist er in Rhodes Team gelandet. Also alles in allem eine wirklich bunte Mischung der Charaktere.

Ich habe mich gefreut  Konstantin Korff, den Bestatter wieder zu treffen. Ich habe “Oneiros” als Hörbuch genossen und mochte die Figur des Bestatters gerne.

Besonders gut haben mir die Heaven`s Demons gefallen, es ist Markus Heitz sehr gut gelungen die “Rocker” zu beschreiben. Auch hier gibt es den Sinn für Gerechtigkeit, auch wenn dieser nicht immer mit den bürgerlichen Gesetzten konform geht. Selten wird über einen Motorrad Club auch mal “positiv” geschrieben. Heutzutage heißt es ja gerne mal die “bösen” Rocker, ohne dass sich jemand die Mühe macht auch mal tiefer hinter die Kulissen zu schauen.

Auch wenn Markus Heitz  viele der Protagonisten die man als Leser im Laufe der Geschichte ins Herz geschlossen hat auf der Strecke bleiben lässt…und doch habe ich für mich am Ende der Geschichte eine Hauptperson favorisiert, bei der ich gerade am Anfang eher Abneigung gespürt habe. Das hat mich unter anderem richtig fasziniert. Wie hat es Markus Heitz geschafft mir einen unangenehmen Charakter in so angenehmer Erinnerung bleiben zu lassen??? Das ist die große Kunst der Schriftstellerei…

Auch das Cover möchte ich hier gerne noch mal erwähnen. Ich finde es wirklich sehr ansprechend, man kann hier wirklich sagen dass dem Verlag hier ein “Eyecatcher”  gelungen ist :-)  Der Leser hat beim Betrachten dass Gefühl in dem Auge zu versinken. Auch die sonstige Aufmachung des Buches ist gut gestaltet. Den Umschlag kann man aufklappen. Vorne finden sich einige Worte des Autors und die hintere Klappe könnte man als Lesezeichen verwenden, beziehungsweise kann man damit den Schnitt vor dem Verschmutzen schützen. Also in meinen Augen rundum gelungen.

Fazit

Für mich ein richtiger Treffer. Ein Thriller an dem für mich alles gepasst hat. Unbedingte Leseempfehlung meinerseits.

Info

“Totenblick” ist bei Droemer Knaur als Taschenbuch erschienen.  Das Buch umfasst 528 Seiten. ISBN: 978-3-426-50591-5.

1 comment
  1. Pingback: 50 Jahre Knaur Taschenbuch | krimizeitschrift.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>