Unguad | Ingrid Werner | Rezension

“Unguad” von Ingrid Werner ist nach “Niederbayerische Affären” der zweite Krimi der Autorin. Das Buch ist bereits 2012 erschienen, wir möchten es euch heute aber trotzdem noch vorstellen. 

Inhalt

Karin Schneider findet die Leiche der Pflegerin Elvira im Altenheim Sonnenhügel, in dem ihre Eltern leben. Schnell stellt sich ihr die Frage, ob es sich um ein Unglück oder doch um Mord handelt. Ohne zu zögern, nimmt sie selber die Ermittlungen auf, zum Leidwesen der tatsächlich ermittelnden Beamten. Diese sehen es nämlich gar nicht gern, wenn sich Laien einmischen. Und schon gar nicht, wenn es sich um solche handelt, die dies nicht zum ersten Mal tun. Eigentlich hätte Karin Schneider auch genügend andere Sorgen, wie beispielsweise ihre an Demenz erkrankte Mutter oder ihren Mann, der sie möglicherweise betrügt. Aber Karin ist das noch nicht genug, sie will das Geheimnis um Elviras Tod lüften, koste es was es wolle…

Meine Meinung

„Unguad“ ist bereits der zweite Niederbayern Krimi mit der Protagonistin Karin Schneider. Da der Fall jedoch in sich abgeschlossen ist, ist es nicht zwangsläufig notwendig, den ersten Band zuvor gelesen zu haben. Sicherlich hätte man noch zusätzliche Hintergrundinformationen zu einzelnen Personen, die wichtigsten Charakterzüge und Eigenheiten werden aber auch hier nochmals erläutert. So entsteht auch ohne Vorkenntnisse ein umfassendes Bild der handelnden Personen.

Karin Schneider ist nicht die klischeehafte Möchtegern-Ermittlerin, die gleich alle Sympathien auf ihre Seite zieht. Und genau das macht sie erst richtig sympathisch. Sie tut, was sie für richtig hält, egal, wer ihr Steine in den Weg legen will, sie findet immer ein Schlupfloch, immer einen Weg, um doch nicht aufgeben zu müssen. Dabei ist sie teils rigoros, teils einfühlsam, es ist schwierig, ihr Wesen richtig zu erfassen. Auf jeden Fall erntet sie mit ihren Taten nicht nur Lob vom Leser, sondern manches Mal auch Tadel.

Ingrid Werners Schreibstil ist flüssig und sehr eingängig. Der Leser findet sich schnell in der Geschichte wieder und hat das Gefühl die Umgebung und die Personen schon lange zu kennen und sie nun auf ihrem Weg als stiller Beobachter zu begleiten. Von Anfang an wird Spannung aufgebaut, die sich die meiste Zeit gut halten kann. Zwei kurze Passagen gibt es, an denen das Gerüst einzustürzen droht, doch als wäre es geahnt worden, nimmt die Geschichte plötzlich wieder richtig Fahrt auf, so dass das Unheil noch abgewendet werden kann. Immer wieder gibt es Indizien und Hinweise auf den wahren Hergang des Todes der Pflegerin, doch immer wieder führt dies auch zu neuen Verdächtigen. Es bleibt demnach nichts anderes übrig, als abzuwarten und bis zum Ende fleißig weiter zu kombinieren.

Info

“Unguad” von Ingrid Werner ist in einer broschierten Ausgabe, die 239 Seiten umfasst im Emons Verlag erschienen. Das Buch ist über die ISBN 978-3897059641 für 9,90 Euro bei allen Buchhändlern erhältlich. “Unguad” ist auch als eBook erschienen.

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