Untat | Guido Rohm | Rezension

“Niemand experimentiert derzeit in Deutschland so kreativ mit dem Genre Kriminalliteratur wie der 1970 geborene Guido Rohm”, sagte Thur Kunkel mal über den Autoren. Sein neuer Krimi ist wieder ein Experiment, diesmal hat es aber leider nicht funktioniert.

Inhalt

Wie wird man zum Verbrecher? Zwei Journalisten heuern bei Oscar, einem »bösen Buben«, an und werden Augenzeugen einer Kindesentführung. Doch statt zu einer packenden Reportage entwickelt sich dieses Abenteuer zu einem Albtraum: Sind die Journalisten selbst Opfer – oder doch Täter? Ist Oscar ein Psychopath oder ein Aufschneider? Aus der vermeintlichen Distanz des Beobachters wird man hineingezogen in ein beängstigendes und brutales Geschehen.

Meine Meinung

Wer hier ein spannendes Buch erwartet, liegt leider völlig falsch, die beiden Journalisten, die bei dem Kriminellen Oscar anheuern, um eine Kindesentführung hautnah mit zu erleben, werden nicht weiter beschrieben, der Leser erfährt weder ihre Namen noch wo und wann sie sich befinden, sie geben sich arrogant bis zum geht nicht mehr und lassen sich doch sofort von der ersten Minute an, von Oscar manipulieren, der seine Geschichte in jeder Minute sprunghaft ändert, sie betonen mehr als häufig, dass sie nur neutrale Beobachter sind und lassen sich doch aktiv in die Entführung verwickeln.
In einer unsäglichen *Wir Form* geschrieben, macht das Lesen nicht unbedingt Freude.
Ich hatte einen Roman wie einen Zeitungsartikel erwartet, der objektiv über die Entführung berichtet und darüber, wie die Journalisten involviert werden, bekommen habe ich 126 Seiten, die sich lesen, als wären die Hauptpersonen kontinuierlich auf Droge, nicht in der Lage zwischen Halluzinationen und Wirklichkeit zu unterscheiden, und so wird auch der Leser zurück gelassen, was von dem, was beschrieben wurde, sollte Realität sein und was nicht. Leiden die Journalisten unter den Eindrücken des Jugoslawien Krieges und haben sich den Entführer nur eingebildet, um sich selbst vor der Erkenntnis zu schützen, das Mädchen entführt zu haben? Oder gibt es ihn doch und er hat sie nur benutzt, um sie als Täter dastehen zu lassen. Diese Frage bleibt auch zum Schluss offen und um ehrlich zu sein, interessierte es mich auch gar nicht mehr, ich war froh, als ich die letzte Seite gelesen hatte und das Buch zu klappen konnte.

Fazit

1 Stern für Idee, mehr ist leider nicht drin

Info

“Untat” von Guido Rohm ist in einer broschierten Ausgabe im Conte Verlag erschienen. Das Buch umfasst 133 Seiten und ist über die ISBN 978-3941657786 für 10,90 Euro bei allen Buchhändlern erhältlich.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>