Rezension: “Versunkene Gräber” von Elisabeth Herrmann

Versunkene Gräber ist der vorerst letzte Band der Krimi-Serie um Anwalt Vernau von Elisabeth Herrmann. Damit hat die Bestsellerautorin eine Erfolgsserie zu Ende geschrieben, die sie 2005 mit dem Überraschungserfolg “Das Kindermädchen” schlagartig bekannt machte. Der erste Band wurde für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert und inzwischen auch mit Jan-Josef Liefers verfilmt. Ich stelle euch heute den letzten Teil der Serie vor.

Inhalt – Verschollene Briefe, eine alte Familiengruft und ein grausamer Mord

Einige Jahre sind vergangen, seit Anwalt Joachim Vernau den Drahtziehern eines Mordkomplotts das Handwerk gelegt hat. Auch die gemeinsame Kanzlei mit seiner Ex-Partnerin Marie-Luise ist längst Geschichte. Bis ihn ein Hilferuf aus Polen erreicht: Jazek, der gemeinsame Freund aus längst vergangen Tagen und durchzechten Nächten, sitzt mit einer Mordanklage im Gefängnis und beteuert seine Unschuld. Vernau ist entschlossen, Jazek zu helfen, und reist nach Polen. Versunkene Gräber auf einem alten Friedhof sind die erste Spur. Verlorene Briefe und vergessenes Leid ziehen Vernau immer weiter hinein in den Strudel der Ereignisse des Jahres 1945. Flucht und Vertreibung, Ende und Neuanfang – damals kreuzten sich die Schicksale von Tätern und Opfern, und Entsetzliches geschah. Doch erst Generationen später steigt das Grauen noch einmal aus dem Grab, und wer sich ihm entgegenstellt, muss sterben.

Meine Meinung

Dies war mein 1. Krimi von Elisabeth Herrmann und völlig unbedarft griff ich natürlich zum vorläufig letzten Teil einer Reihe. Mir fehlte also völlig die Vorgeschichte der Protagonisten. Doch hier folgt gleich das erste Lob an die Autorin, denn sie schafft es geschickt Informationen, die dem Serien-Neuling helfen sich ein Bild zu machen, einzustreuen ohne lang und ausschweifend über ihre Vergangenheit zu berichten.

Versunkene Gräber lässt die Deutsch-Polnische Vergangenheit wieder auferstehen, das Leid auf beiden Seiten der damaligen Feinde und heutigen Freunde. Elisabeth Herrmann platziert das Motiv für den Mord weit in der Vergangenheit in jene Zeit als die Deutschen von ihrem Besitz vertrieben wurden oder flüchteten und dieser von anderen Flüchtlingen zu ihrem zuhause gemacht wurde.

Die Autorin greift ein schwieriges Thema auf, immer noch gibt es Gruppierungen in Deutschland die die ehemaligen “Ostgebiete” zurück möchten und immer noch haben viele Menschen in Polen und anderswo Angst davor, jemand könnte kommen und ihnen ihren Besitz wegnehmen. Da ändern auch alle Verträge nichts. Dieser Umstand ist ebenso Thema des Buches. Herrmann ist die Verknüpfung der Vergangenheit und dem Jetzt hervorragend gelungen, mit jeder Information, die man als Leser bekam, wurde das Buch spannender und ich konnte es kaum noch aus der Hand legen.

Fazit

Ich vergebe gerne 5 Sterne, denn dieser Krimi war sicher nicht mein letztes Buch von Elisabeth Herrmann.

Info

  • Deutscher Titel: Versunkene Gräber
  • Autor: Elisabeth Herrmann
  • Verlag: Goldmann Verlag
  • Erscheinungstermin: 16. Dezember 2013
  • Seiten: 448
  • ISBN: 978-3442479955
  • Preis: 9,99 Euro

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